Seit 30 Monaten unterwegs – 2 ½ Jahre!

Sebastian spielt mit unserem House Sitting Hund Max am Strand von Costa Rica.

Was haben wir gemacht im Monat August, unserem dreißigsten Reisemonat?

Von Nicaragua führt uns unsere Reise nach Costa Rica. Hier wartet bereits ein neuer House Sit auf uns: Zwei Wochen wohnen wir im kleinen Ort Santa Teresa direkt am Meer. Wir genießen die Zeit mit Hund Max und die Spaziergänge am riesigen Strand, aber nach zwei Wochen House Sitting juckt es uns dann doch in den Fingern, nun endlich etwas mehr von Costa Rica zu sehen. Mit einem Mietwagen brechen wir zu zehn Tagen Camping-Roadtrip auf.

Leo kniet vor einem kleinen Zelt am Strand von Costa Rica.
Unser eigenes Zelt hatten wir im März meinen Eltern mit zurück nach Deutschland gegeben. Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir uns für den Roadtrip ein Zelt von unserem Freund Hans ausleihen dürfen.

Welche Momente im August werden uns in guter Erinnerung bleiben?

  • Unseren letzten Stopp in Nicaragua legen wir auf der Insel Ometepe ein. Die kleine Insel mit den zwei Vulkanen (einer aktiv, einer nicht) liegt im großen Nicaraguasee (15-mal so groß wie der Bodensee!) und ist vom Festland in einer Stunde mit der Fähre zu erreichen.
  • Dank des Tipps von Wendy und ihrer Familie, die wir in unserem Hostel in Granada kennengelernt haben, verbringen wir die drei Tage auf der Insel bei Toño. Er selbst ist leider gerade nicht da und eigentlich ist seine Unterkunft geschlossen, aber für uns macht er eine Ausnahme. Zum Glück! Denn die Unterkunft ist etwas Besonderes: Drei Nächte schlafen wir in einer kleinen auf Stelzen stehenden Hütte direkt am Ufer des Sees und genießen das friedliche Ambiente.
  • Von der Insel Ometepe bringt uns die Fähre ein paar Tage später zurück nach Rivas ans Festland. Mit dem Bus fahren wir in den Grenzort Peñas Blancas und können ohne Probleme aus Nicaragua aus- und nach Costa Rica einreisen. Wir sind im 29. Land unserer Reise angekommen.
  • Es scheint, als ob sich das Wetter direkt an der Grenze geändert hätte: Nach kaum Regen in Nicaragua kommen wir bereits am Grenzübergang in einen heftigen Schauer. Der Regen wird uns in den nächsten Wochen in Costa Rica erhalten bleiben…
Leo steht am Grenzübergang von Nicaragua nach Costa Rica.
Hallo Costa Rica! Angekommen im 29. Land dieser Reise.
  • Im Süden der Nicoya-Halbinsel, in Playa Santa Teresa am Pazifik, wartet bereits unser vierbeiniger Freund Max auf uns. Zwei Wochen passen wir auf ihn und sein Zuhause auf, gehen täglich an Santa Teresas kilometerlangem Sandstrand spazieren und freuen uns über unser erneutes Zuhause auf Zeit. Auch dieser sechste House Sit lässt uns für zwei Wochen unseren eigenen Rhythmus finden und einen Gang zurückschalten.
  • Als Max‘ Besitzerin auf dem Heimweg ist, brechen wir wieder auf. Die Fähre bringt uns von der Nicoya-Halbinsel zurück ans costaricanische Festland, mit dem Bus fahren wir weiter in die Hauptstadt San José. Hier treffen wir Hans. Vor über einem Jahr hatten wir ihn in Tibet kennengelernt, jetzt hat er uns zu sich und seiner Freundin Marianela nach Hause eingeladen.
  • Hans nimmt sich extra einen Tag frei und fährt mit uns zum Vulkan Irazú. In nur einer Stunde sind wir von der Hauptstadt Costa Ricas in eine karge Bergwelt hinaufgefahren, in der nicht mehr viel wächst. Am Krater des Irazús befinden wir uns auf 3.300 Metern Höhe, es ist kühl hier oben. Die Aussicht ist dafür spektakulär und wir können bis an die Atlantikküste blicken.
  • Nach zwei schönen und intensiven Tagen in San José wollen wir nun endlich etwas mehr von Costa Rica sehen. Mit einem Mietwagen verlassen wir die Stadt. Im Gepäck haben wir Zelt und Kocher; unser Plan: Campen und viel Zeit in der Natur verbringen.
Der Kratersee des Vulkans Irazú leuchtet blau.
Auch in Costa Rica schauen wir uns einen Vulkan aus der Nähe an: Am Irazú haben wir Glück, das Wetter ist besser als in der Hauptstadt und wir können bis an die Atlantikküste blicken
  • An unserem ersten Roadtrip-Stopp in La Fortuna regnet es (wieder mal) aus Kübeln. Den nahen Bilderbuch-Vulkan Arenal können wir nur mit Wolkenkranz sehen, aber als der Regen endlich nachlässt, laufen wir durch den ans Hotel angrenzenden Regenwald. Neben vielen Vögeln und fleißigen Ameisen läuft uns ein Agutis, ein meerschweinähnliches Nagetier, über den Weg.
  • Weiter geht unsere Fahrt an die Playa Prieta im Norden der Nicoya-Halbinsel. Der Strand ist traumhaft in einer kleinen Bucht gelegen, das Wasser türkis, der Boden sandig und ohne Steine. Obwohl an der Pazifikseite, gibt es hier nur kleine Wellen und der Strand ist gut zum Baden geeignet. Wir schlagen unser Zelt auf und bleiben für zwei Nächte.
  • Unsere Tour führt uns zurück in die Berge. In Santa Elena machen wir einen Tagesausflug in den gleichnamigen Nebelwald wollen vor allem Tiere sehen. Wir haben Glück! Dank des Hinweises eines Guides entdecken wir ein schlafendes Faultier hoch oben in einer Astgabel. Seinem Namen alle Ehre machend bewegt es sich allerdings nicht, sein Gesicht bekommen wir nicht zu sehen. Den Tag über sehen wir Echsen, diverse Vögel, Blumen in Hülle und Fülle und am Ende sogar einen Weißrüssel-Nasenbär.
  • Nach angenehmen Temperaturen im Nebelwald wagen wir uns zurück an die Küste. Wir folgen einem Tipp und steuern die Playa Bandera an. Ein guter Hinweis! Danke Conrad! 🙂
  • Noch als wir überlegen, wo wir unser Zelt aufbauen sollen, bemerken wir zwei Personen mit einem merkwürdigen Korb zum Meer laufen. Sebastian wird vorgeschickt und winkt mir kurz darauf hektisch zu, auch zu kommen. Die beiden haben 80 Babyschildkröten in ihrem Korb, die sie jetzt am frühen Abend ins Meer entlassen. Und wir dürfen helfen!
  • Das Treffen mit Víctor und seiner Tochter Genesis ist ein Glückstreffer für uns. Denn abends ruft Víctor, der privat ein Schildkrötenprojekt betreibt, an: Er hat eine Schildkrötenmutter gefunden, die gerade ihre Eier am Strand ablegt. Wir kommen rechtzeitig kurz vor dem Ende der Eiablage dazu. Víctor packt die Eier ein, die er später in ein Loch in seinem Schildkrötenprojekt legen wird. Dort können die Schildkröten etwa 50 Tage lang in Sicherheit heranwachsen und dann schlüpfen. Denn am Strand sind die Eier in ständiger Gefahr: Krebse, Hunde und Geier fressen sie und auch viele Menschen suchen nachts nach Schildkröteneiern, da sich diese teuer weiterverkaufen lassen und hier eine Delikatesse sind. Die Schildkrötenmutter dreht um und macht sich langsam wieder auf den Weg zurück ins Meer, der jetzt bei Ebbe recht weit ist.
Eine im Laufe des Tages geschlüpfte kleine "Eine pazifische Bastardschildkröte am Strand von Costa Rica.röte
Eine im Laufe des Tages geschlüpfte kleine Tortuga Lora, auf Deutsch Pazifische Bastardschildkröte, macht sich auf den Weg ins Meer
Am Strand Playa Bandera bereibt Víctor ein Schildkrötenprojekt.
Schachbrettmusterartig hat Víctor Löcher gegraben und nummeriert. In einem Notizbuch hält er fest, an welchem Tag er die Eier am Strand eingesammelt hat und wann sie schlüpfen werden. Die Körbe dienen den schlüpfenden Schildkröten als Schutz vor Geiern, Hunden oder Menschen.
  • Die Playa Bandera wird uns als der Strand der Tierbeobachtungen in Erinnerung bleiben: Neben den Baby- und der Mutterschildkröte sehen wir am nächsten Tag vom Strand aus sogar Delfine durch die Wellen springen. Ein Fischer berichtet uns von einem Wal, den er gerade gesehen hat, doch diesen entdecken wir leider nicht.
  • Unseren letzten Stopp vor San José legen wir in Uvita ein. Wir übernachten in unserem vielleicht schönsten Hostel in Costa Rica: Das Cascada Verde Hostel ist hauptsächlich aus Holz gebaut, hat eine tolle Terrasse mit Blick auf den kleinen Teich und liegt mitten im Wald. Wir hören keinerlei Zivilisationsgeräusche, nur die Grillen machen einen ordentlichen Lärm. Zu Fuß laufen wir zur Cascada Verde, dem grünen Wasserfall, und springen ins kalte Wasser.
  • Über eine spektakuläre Bergstraße winden wir uns in wenigen Stunden von Meeresniveau hoch auf 3.400 Meter. Nach zehn Tagen unterwegs erreichen wir abends die Hauptstadt San José und dürfen wieder bei Hans und Marianela unterkommen. Unseren Mietwagen geben wir wieder ab.
Ein Kaiman in Uvita in Costa Rica.
In Costa Rica wollten wir gerne Tiere sehen und das ist uns geglückt: Dieser Kaiman lebt im Teich des Cascada Verde Hostels in Uvita. Außerdem haben wir in den letzten zehn Tagen u.a. zwei Faultiere gesehen, Schildkröten ins Meer begleitet und unzählige uns unbekannte Vögel beobachtet.

Wie sah es in diesem Monat mit Fettnäpfen, skurrilen Situationen oder Schreckmomenten aus?

  • Costa Rica wird wahrscheinlich das einzige Land der Reise bleiben, in dem wir in über einem Monat vor Ort nur drei Mal in einem Restaurant essen. Die Preise liegen über deutschem Niveau, deshalb schwingen wir lieber selbst den Kochlöffel.
  • Was wir an Costa Rica aber sehr schätzen: Hier kann man an vielen Orten das Leitungswasser trinken! Außerhalb von Europa ist uns das bisher nur in Singapur begegnet und es ist toll, die Flasche unkompliziert am Hahn auffüllen zu können und sich keine Gedanken über die Verfügbarkeit von Trinkwasser machen zu müssen.
Leo sitzt mit ihrer Namensschwester am Strand Santa Teresa in Costa Rica.
Mit 34 Jahren habe ich zum ersten Mal eine Namensschwester getroffen! Und alles nur, weil die kleine Leonora (mein Name in der spanischen Version) gerne mal Max streicheln wollte.

Unser Fazit des dreißigsten Monats

2 1/2 Jahre reisen wir bereits! Niemals hätten wir vor Reisebeginn gedacht, dass wir mal so lange unterwegs sein werden und noch weniger, dass uns unser Weg bis nach Costa Rica führen wird. Doch hier sind wir und haben den August sehr genossen.

Seit diesem Monat holen uns allerdings die Gedanken über unsere Rückkehr immer mehr ein, denn diese ehemals open-end-Reise hat mittlerweile ein absehbares Ende: Zu Weihnachten möchten wir wieder bei unseren Familien sein. Bereits in weniger als einem Monat wird uns ein Containerschiff über den Atlantik bringen! Wie sich das anfühlt und welche Gedanken uns aktuell durch den Kopf gehen, könnt ihr hier lesen.

Bis wir aber zu Hause ankommen werden, liegt noch so einiges vor uns: Panama, die Atlantiküberquerung und eine Fahrradtour durch den mitteleuropäischen Herbst. Wir wollen es spannend halten und die Reise so beenden, wie wir sie begonnen haben: langsam! 🙂

Ein Krebs am Playa Prieta in Costa Rica.
Bis es zurück nach Europa geht, freuen wir uns über die großen und kleinen Hingucker, die Mittelamerika für uns bereithält

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