Seit 33 Monaten unterwegs – 2 ¾ Jahre!

Leo und Sebastian stehen mit ihrem Fahrrad vor dem Brandenburger Tor in Berlin.

Was haben wir gemacht im Monat November, unserem dreiunddreißigsten Reisemonat?

Wir sind zurück in Deutschland! Mit dem Fahrrad radeln wir von der niederländischen Grenze nach Hamburg. Unser Ziel ist Berlin. Doch leider läuft für mich, Leo, unsere Radtour durch Deutschland anders als gedacht. Wahrscheinlich aufgrund der niedrigen Temperaturen beginnt mein Knie auf dem Weg nach Hamburg stark zu schmerzen und erst zum zweiten Mal auf dieser Reise trennen sich unsere Wege.

In Norddeutschland fährt Sebastian mit dem Fahrrad durch den Wald.
Auch Anfang November spielt das Wetter bei unserer Radtour noch mit. Doch an den Tagen, an denen Sebastian alleine fährt, wird es regnerisch.

Welche Momente im November werden uns in guter Erinnerung bleiben?

  • Unseren ersten Stopp in Deutschland legen wir in Papenburg ein. Nach vielen Übernachtungen bei fahrradbegeisterten Niederländern gönnen wir uns für drei Tage eine kleine Ferienwohnung und freuen uns, dort einfach mal für uns zu sein.
  • Die nächste Etappe führt uns nach Oldenburg. Clara und Max kennen wir nur über Instagram und unbekannterweise laden sie uns auf unser Gastgeber-Gesuch zu sich nach Hause ein. Wir haben einen sehr schönen Abend mit den beiden und freuen uns sehr, für eine Nacht in ihrem Wohnzimmer übernachten zu dürfen.
  • Morgens rollen wir langsam durch Oldenburg, wollen uns kurz noch die Innenstadt anschauen, bevor wir nach Bremen weiter radeln. Doch obwohl wir langsam und auf ebenen Wegen fahren, tut mein Knie extrem weh. Weil ich es nicht überlasten will, fahre ich deshalb spontan mit dem Zug nach Bremen vor, Sebastian radelt und kommt nachmittags an.
  • In Bremen nimmt uns meine Freundin Corinna auf. Sie lebt in einer Siebener-Frauen-WG und wir freuen uns über den Einblick in das gesellige und gut organisierte WG-Leben. Zudem sind alle WG-Mitbewohnerinnen spannende Persönlichkeiten und inspirieren uns mit ihrem Engagement als ehrenamtliche Koordinatorin für die Seenotrettung im Mittelmeer, Organisatorin für öffentliche Protestaktionen, Buchautorin und vielem mehr.
  • Von Bremen machen wir einen Tagesausflug zum Klimahaus Bremerhaven und reisen in neun Stationen entlang des durch Bremerhaven verlaufenden Längengrads einmal um den Erdball. Was für ein gut gemachtes Mitmach-Museum! Bei der nächsten Reise werden wir vielleicht in diese Richtung aufbrechen 🙂
Sebastian umgreift die Vorderbeine des Esels der Bremer Stadtmusikanten.
Wenn in Bremen, dann wollen wir natürlich die Stadtmusikanten sehen. Die polierten Vorderbeine des Esels zeigen, dass jeder weiß, dass es Glück bringt, diese anzufassen.
  • Sebastian macht sich bereits mit seinem Fahrrad auf den Weg nach Hamburg, ich schone mein Knie und bleibe einen Tag länger in Bremen bei Corinna und ihren WG-Mitbewohnerinnen. Am Tag darauf fahre ich ihm mit dem Zug hinterher.
  • In Wedel bei Hamburg statten wir meiner Schulfreundin Dodo einen Besuch ab und lernen ihren neuen Freund kennen. Was für ein Zufall, dass Sören als Chief Mate auf einem Containerschiff arbeitet! So kurz nach unserer Atlantiküberquerung sind wir noch voller Eindrücke und damit steht das Gesprächsthema für den Abend.
  • Wir wechseln zu Pefi und Alex ins Hamburger Zentrum und laufen bei bestem Herbstwetter entlang der Elbe, besuchen die Elbphilharmonie und nutzen die vier Tage in der Stadt für Treffen mit Freunden und Familie.
  • Für die Etappe nach Lüneburg schwinge auch ich mich wieder auf mein Fahrrad. Mit nun vier Tagen Pause sollte mein Knie wieder fit sein. Doch diese Hoffnung erfüllt sich leider nicht. Nach der Mittagspause und etwa 30 geradelten Kilometern beginnt es erneut extrem zu schmerzen. So macht das ganze keinen Spaß mehr und ich beschließe, dass diese Etappe nach Lüneburg nun meine letzte auf dem Fahrrad war.
Leo vor dem Ortsschild Over.
Das passende Ortsschild zum Ende meiner Radtour…
  • In Lüneburg übernachten wir über die Plattform WarmShowers bei Mareike und ihren zwei Kindern. Mareike ist Lehrerin und lädt uns spontan in ihre 9. Klasse ein, bei der wir den ersten Vortrag über unsere Reise halten.
  • Während Sebastian fleißig in fünf Tagen der Elbe entlang nach Berlin radelt und dabei ein paar Mal in kräftige Regenschauer kommt, fahre ich mit der Bahn in einem Rutsch direkt in die Hauptstadt.
  • An einem schönen Herbsttag kommt Sebastian schließlich auch in Berlin an und glücklicherweise nutzen wir diesen ersten Tag für Sightseeing im Zentrum, denn der Rest der Woche wird grau und ungemütlich.
  • Eine Woche sind wir in der Hauptstadt und besuchen das Reichstagsgebäude, die Museumsinsel und natürlich die Mauer. Auch nutzen wir die Zeit, um uns mit Familie und Freunden zu treffen.
  • Für Sebastian ist es der erste Besuch in unserer Hauptstadt und nachdem diese Bildungslücke nun endlich geschlossen ist, machen wir uns mit unseren Fahrrädern im Zug auf den Weg Richtung Süden.
Leo und Sebastian stehen mit ihren Fahrrädern auf dem Tempelhofer Feld in Berlin.
Mit dem Fahrrad fahren wir durch den Tempelhofer Park. Das Rollfeld des ehemaligen Flughafens, der heute ein großer Park mitten in Berlin ist, ist der perfekte Ort für ein Foto zu unserer fluglosen Weltreise!
  • In Dresden treffen wir Anne, Jan und ihre zwei Töchter wieder. Vor ziemlich genau zwei Jahren haben wir die Familie in Agonda in Indien am Strand kennengelernt. Schon damals hatten sie uns imponiert, denn die Familie ist den langen Weg von Deutschland nach Indien mit einem umgebauten Linienbus gefahren. Bei leckerem Wildragout schwelgen wir in Erinnerungen und tauschen uns über unsere Reisen aus.
  • Unser nächste Stopp auf dem Weg nach Süden ist Würzburg. Und wir sind aus einem freudigen Anlass hier: der Hochzeit meines Bruders. So tauschen wir unsere Reiseklamotten gegen Kleid und Anzug und nutzen nach dem Fest die Gelegenheit, meinen Eltern unsere Fahrräder mit nach Hause zu geben. Ab jetzt sind wir wieder ohne Räder und nur noch mit kleinem Gepäck unterwegs.
Leo und Sebastian springen vor der Semperoper in Dresden in die Luft.
So langsam sind wir Profis im Springen bei Selbstauslöserfotos, da darf eines vor der Semperoper in Dresden natürlich nicht fehlen 🙂

Unser Fazit des dreiunddreißigsten Monats

Wir sind zurück in Deutschland! „Und, wie fühlt es sich an, auf einmal wieder hier zu sein?“, ist momentan eine der uns am häufigsten gestellten Fragen. Und auch wir horchen in uns hinein. Fühlt es sich komisch an? Irritierend? Nervig? Berauschend? Für mich fühlt es sich überraschend normal an. Angekommen sind wir natürlich noch lange nicht, denn wir sind ja noch unterwegs, übernachten fast jeden Tag bei anderen Gastgebern und treffen viele alte Freunde. Es fühlt sich gut an, wieder in Deutschland zu sein, das aber auf eine unaufgeregte und irgendwie einfach ganz normale Art.

Neben dem Gefühl des Nachhausekommens zeigt uns dieser Monat aber auch, dass man noch so viel planen kann, es kann trotzdem anders kommen. Dass auf unserer Radtour durch die Niederlande und Deutschland ein Fahrrad kaputtgehen könnte, wir mit unserer Ausrüstung unzufrieden sind oder das Wetter nicht mitspielt, diese Möglichkeiten hatten wir im Hinterkopf. Dass es am Ende aber mein Knie ist, das mir einen Strich durch die Rechnung macht, das hätte ich nicht erwartet. Natürlich will ich gemeinsam mit Sebastian bis nach Berlin fahren. Doch irgendwann wird klar, dass es nicht geht. Es ist schon ein bisschen traurig, im Zug statt auf dem Fahrrad anzukommen, aber am Ende siegt die Vernunft.

Nach 2 Jahren und 8 Monaten sind wir zurück in Deutschland und befinden uns auf der Zielgeraden, um vor Weihnachten bei unseren Familien anzukommen. Doch zuvor gibt es noch einige Kinder kennenzulernen, die während unserer Reise geboren wurden und viele Freunde nach langer Zeit endlich wiederzutreffen.

Leo und Sebastian stehen vor dem Reichstagsgebäude in Berlin.
Berlin war das Ziel unserer Radtour ab Rotterdam, ab jetzt sind wir mit dem Zug unterwegs nach Süden

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