Vorbereitungen einer Fahrradreise

Leo und Sebastian stehen mit ihren eben gekauften Fahrrädern von dem Geschäft in Ho-Chi-Minh-City in Vietnam.

Wir haben eine neue Idee: Wir wollen Vietnam per Fahrrad bereisen! Und das am liebsten von Ho-Chi-Minh-City (kurz HCMC), dem ehemaligen Saigon, ganz im Süden Vietnams, bis hoch in die Hauptstadt Hanoi. Doch: Wie kommen wir an Fahrräder und die ganze Ausrüstung? Was machen wir mit unserem Gepäck und Sebastians Gitarre? Kann das so spontan überhaupt klappen?

„Sure, many people travel by bike through Vietnam“, erklärt uns unser Couchsurfing-Gastgeber Hanh während des Abendessens. “Really?” Das ist uns neu. „Yes, they buy a bike in HCMC and sell it again somewhere in the north.“ Das hört sich ja super an, genauso haben wir uns das ausgemalt. “And fuel stations are everywhere, so no need to plan too much.” Moment mal, Tankstellen? Für ein Fahrrad? “So, we want to travel by bicycle…”, stellen wir nochmal klar, „not with a motorbike.“ Hanhs Augen weiten sich. „By bicycle?“ Er kreist seine Fäuste um eine imaginäre Radachse. Wir nicken. „Are you crazy? That’s 1.700km! Pretty far.“ Wir lachen. „Hmm, how to organize a trip with bicycles… I have no idea.“

Auch unsere Internetrecherche hat gerade mal drei Reiseblogs zutage gefördert, auf denen Leute über eine Fahrradreise durch Vietnam berichten. Alle Artikel sind schon ein bisschen älter. Und alle hatten ihre Fahrräder bereits nach Vietnam mitgebracht.

Wie also geht man so ein Vorhaben an? Wir haben es wieder mal gut getroffen, denn in unseren Tagen in HCMC dürfen wir bei Dung, ihrem Mann Hanh und Tochter Sâu wohnen. Die drei haben wir über die Plattform Couchsurfing kennengelernt. Dung und Hanh als Locals kennen einige Fahrradläden und geben uns deren Kontaktdaten. Und auch Facebook erweist sich als hilfreich, denn in einschlägigen Gruppen bekommen wir weitere Informationen zu Fahrradläden in HCMC.

Hochhäuser in Ho-Chi-Minh-City in Vietnam.
HCMC ist eine Stadt mit über 8 Millionen Einwohnern, da gibt es zum Glück einige für uns interessante Fahrradläden
In der Dunkelheit fahren hell beleuchtete Motorroller durch die Innenstadt von Ho-Chi-Minh-City in Vietnam.
Schon am ersten Tag können wir uns vom Feierabendverkehr überzeugen. Hier sollen wir mit dem Fahrrad durchfahren?
Das alte Hauptpostamt von Ho-Chi-Minh-City.
Zufällig kommen wir an HCMCs Hauptpostamt vorbei, das in der Zeit gebaut wurde, als Vietnam ein Teil Französisch-Indochinas war
Die alte Post Ho-Chi-Minh-Citys von innen.
Im Inneren schaut uns Ho Chi Minh an, nach dem das ehemalige Saigon benannt ist
Auf dem Tisch steht unser leckeres vietnamesiches Abendessen.
Zum Abendessen freuen wir uns über leckeres vegetarisches vietnamesisches Essen: Es gibt Frühlingsrollen, Wasserspinat und Tofu, dazu Reis, verschiedene Saucen und eine Kokosnuss.

Auf der Suche nach passenden Rädern

Am nächsten Tag klappern wir drei Fahrradläden ab: Geschäft 1 verkauft Fahrräder aus China. Sie sind günstig, aber schwer und alle sind Cityräder. Trekking- oder Mountainbikes gibt es nicht im Angebot. Geschäft 2 wird von einem Kanadier geführt und scheint sich auf die in HCMC lebenden Ausländer spezialisiert zu haben. Wir probieren ein Mountainbike aus. Es ist leicht, wirkt stabil und auf den ersten Blick durchaus passend. Doch wie sollen wir ohne Gepäckträger unser Gepäck befestigen? Dem Verkäufer fällt sofort eine elegante Variante mit speziellen Packtaschen ein, doch diese kosten bereits mehrere hundert Euro. Das Fahrrad selbst ist auch kein Schnäppchen. In Geschäft 3 werden uns zwei gebrauchte Räder vorgestellt: Ein Mountainbike und ein Trekkingrad. Genau an sowas hatten wir gedacht. Die beiden haben ein paar Macken und Schrammen, wirken aber soweit gut in Schuss. Wir fahren Probe und haben ein gutes Gefühl. Trotzdem wollen wir uns nicht direkt am ersten Tag unserer Suche festlegen und versprechen, morgen nochmal wiederzukommen.

„And, did you get two bikes?“, begrüßen uns Dung und Hanh, als wir wieder nach Hause kommen. „No, not yet.“ Sie sind überrascht, dass wir noch nicht fündig geworden sind, es gäbe doch so viel Auswahl in HCMC. Doch wir haben ja gewisse Ansprüche an unsere Räder und wollen nicht die erstbesten kaufen. Das leuchtet ihnen ein.

Heute hat Hanh Geburtstag und als wir die Treppe nach oben laufen, fallen uns die vielen Stimmen auf. „Please, come!“, winkt uns Hanh zu. Wir folgen ihm und stehen in einer Traube kleiner Kinder. Hanh wird heute dreißig und so wie er, haben auch alle seine Freunde bereits mindestens ein Kind. „Come, sit here.“ Draußen auf der Terrasse haben sich die Männer versammelt. Im Schneidersitz sitzen sie auf dem Steinfußboden, in der Mitte steht Schüssel an Schüssel. Reis sehe ich, Fleisch, Garnelen, diverses Gemüse und Tofu. Uns werden Teller gereicht und bald schon essen wir zufrieden vor uns hin.

„How long are you already in Vietnam?“, fragt uns einer der Freunde. “Since yesterday”, antwortet Sebastian ihm. “Since yesterday? Where did you learn to eat with chopsticks?”, er schaut uns entgeistert an. Wir müssen lachen, denn nicht nur in Vietnam wird mit Stäbchen gegessen. Wir erzählen in Kurzform von unserer Reise und dass wir seit China unsere Fähigkeit, mit Stäbchen zu essen, perfektioniert haben, denn dort blieb uns aus Mangel an sonstigem Besteck auch nichts anderes übrig. Er nickt verstehend.

Die Unterhaltung plätschert auf vietnamesisch vor sich hin, nur einer der Freunde scheint Englisch zu sprechen. Mit jeder Bierdose wird der stille Hanh allerdings gesprächiger und gesprächiger und an diesem Abend scheint er über sich hinauszuwachsen. Wie ein Wasserfall unterhält er sich auf Englisch mit uns, so viel werden wir ihn in den nächsten Tagen nie wieder sprechen hören…

Sebastian sitzt mit Couchsurfing-Gastgeber Hanh und dessen Freunden auf dem Boden und stößt zu Ehren von Hanhs Geburtstag mit ihnen an.
Mit unserem Couchsurfing-Gastgeber Hanh (neben Sebastian) feiern wir seinen Geburtstag

Wir haben Fahrräder!

Am nächsten Tag setzen wir unsere Suche nach Fahrrädern fort, doch die beiden gebrauchten von gestern gehen uns nicht mehr aus dem Kopf. Da wir auch in anderen Läden nicht fündig werden, statten wir Geschäft 3 von gestern nochmal einen Besuch ab. Besitzer Thai macht uns die Entscheidung schließlich leicht: Wir kaufen ihm die Räder ab, doch er garantiert uns, sie wieder zurückzukaufen, falls wir am Ende der Tour keinen anderen Käufer finden. Natürlich bekommen wir bei dieser Abmachung nicht den ganzen Kaufpreis zurückerstattet, doch wir müssten unseren Transport nach Norden ja so oder so bezahlen. Also sagen wir zu. Thai verspricht uns, die Räder nochmal durchzuchecken, morgen Vormittag können wir sie abholen.

Am nächsten Tag stehen wir schon früh in Thais Geschäft. Neben den Rädern stattet er uns noch mit einer gebrauchten kleinen Doppel-Satteltasche aus und wir kaufen zusätzlich eine Luftpumpe, zwei Ersatzmäntel, ein Reparaturkit, Vorder- und Rücklichter, 4 Plastiktrinkflaschen, eine Handytasche für das Oberrohr, zwei geplosterte Fahrradhosen und zwei Helme. Thai schenkt uns kurzerhand zwei Sport-T-Shirts mit dem Logo seines Ladens, die können wir gut gebrauchen.

Jetzt wird es ernst! Nervös setzen wir uns auf unsere Räder, die auf einmal wirklich unsere sind. Wir haben Fahrräder! Und leider steht uns nun als erstes eine Fahrt von vier Kilometern durch den furchtbaren Feierabend-Stadtverkehr von HCMC bevor. Alle großen Städte Asiens haben einen mehr oder weniger chaotischen Straßenverkehr, doch HCMC toppt für uns fast alles vorher gesehene. Millionen von Motorrollern fahren durch die Straßen, jeder Zentimeter Platz wird genutzt. Sebastian leitet uns mit der Karten-App auf seinem Handy durch die vollgestopften Straßen, überall hupt und trötet es neben uns. Immerhin kann ich Sebastian nicht aus den Augen verlieren, denn sein Sattel beginnt auf der Höhe der Schultern der Motorrollerfahrer und er schwebt quasi über der Masse.

Nach den ersten verkrampften Fahrminuten durch das Chaos entspanne ich mich langsam. Obwohl wir von hunderten Motorrollern umgeben sind, die sich wie ein wogendes Meer um uns herumbewegen, scheint der Verkehr zu funktionieren. Es fährt niemand wirklich schnell und wir halten mit unseren Rädern gut mit. Der Verkehr fließt und alles weicht aus, fährt langsamer, hupt, fährt etwas schneller oder weicht nochmal aus. Wie auch immer, es klappt. Es macht sich ein triumphierendes Gefühl in mir breit, ich bin voller Adrenalin. Doch bevor ich abschweife, bremst Sebastian plötzlich und ich muss ausweichen, um nicht hinten auf ihn aufzufahren. Irgendein Rollerfahrer ist ohne zu schauen einfach vom Gehweg auf die volle Straße gefahren.

Schließlich stehen wir vor Dungs Haus, beide zitternd, aufgeregt und high. Das war mit Abstand die krasseste Fahrradfahrt meines ganzen Lebens. So bis in die letzte Faser konzentriert musste ich noch nie fahren. Es hat Spaß gemacht. Und trotzdem bin ich froh, dass wir es für heute erst mal geschafft haben.

Wir schieben die Fahrräder in Dungs Drogerie, in der sie allerhand Produkte für die Schönheit verkauft. Wir müssen einmal durch den einräumigen Laden hindurch, um im Treppenhaus ihres Zuhauses zu stehen.

„You got bikes!“ Dung und Hanh kommen uns entgegen und sind begeistert. Gemeinsam begutachten wir die Räder und das gekaufte Zubehör. Jetzt wird es ernst…

Leo und Sebastian stehen mit ihren eben gekauften Fahrrädern von dem Geschäft in Ho-Chi-Minh-City in Vietnam.
Auf einmal besitzen wir zwei Fahrräder! Wir können es noch gar nicht glauben.
Unmengen Motorroller fahren durch die Straßen Ho-Chi-Minh-Citys in Vietnam.
Der Verkehr schüchterte uns schon als Fußgänger ein, vom Fahrrad aus ist es nochmal anders. Doch wir überstehen die erste Fahrt und so schlimm war’s am Ende dann gar nicht.

Letzte Vorbereitungen

Am nächsten Morgen kontaktieren wir Quýnh. Wir hatten sie vor einem Jahr in Osch in Kirgistan kennengelernt, als sie so nett war, uns einige hundert Kilometer in ihrem gemieteten Auto mitzunehmen. Wir hatten nie erwartet, sie nochmal wiederzusehen, doch jetzt erinnern wir uns, dass sie in Hanoi lebt. Fragen kostet ja nichts, denken wir uns, und schreiben sie an. Ob wir unsere Rucksäcke und Sebastians Gitarre per Post zu ihr schicken dürften? Denn wir wollen mit zwei Fahrrädern Vietnam erkunden und können unmöglich unser ganzes Gepäck mitnehmen. Ihre Antwort lässt nicht lange auf sich warten. „No problem, send your stuff to my address!“, schreibt sie uns. Klasse!

Der nächste Tag fliegt nur so an uns vorbei: Wir müssen eine Verpackung für Sebastians Gitarre organisieren, denn in der dünnen Tasche nimmt sie das Transportunternehmen nicht mit. In einem Gitarrenladen haben wir Glück und bekommen einen ausrangierten Gitarren-Pappkarton geschenkt, den wir später mit altem Styropor aus Dungs Vorrat ausstopfen werden. Wir beschließen, zwei andere Sport-T-Shirts zu kaufen, denn schwarz ist nicht die ideale Farbe für eine Fahrradtour in der Sonne und außerdem passen sie uns nicht richtig. Wir schenken sie Dung, die sie gerne übernimmt.

Abends machen wir uns ans Packen. Wir haben eine kleine zweiteilige Satteltasche, jedem soll eine Seite zustehen. In unserem Zimmer sind unsere Rucksäcke explodiert, überall liegen Haufen herum. Da gibt es den Haufen „Ja, muss mit“, „Nein, bleibt hier“ und „keine Ahnung“. Mein Haufen „Ja, muss mit“ ist eindeutig zu groß. Bei Sebastian sieht es auch nicht besser aus. Keine Chance, niemals werden wir unser Gepäck gemeinsam in so eine winzige Satteltasche bekommen, selbst wenn wir noch so gut ausmisten. Wir müssen noch eine kaufen.

Unser letzter Abend in HCMC ist schnell gekommen. Wir haben uns mit Dung, Hanh und Sâu so wohlgefühlt, dass wir als Dankeschön und zum Abschied Spaghetti mit Gemüse-Tomatensauce kochen. Wird es ihnen schmecken? Als kleine Belustigung wollen wir ihnen zeigen, wie wir in Deutschland Spaghetti essen: Mit Gabel und Löffel. Problematisch ist bei dem Vorhaben allerdings, dass wir nur drei Metallgabeln in der Küche auftreiben können, sonst gibt es nur winzige Plastikgäbelchen. Mehr sind nicht im Haus. Egal, das wird schon gehen. Während Hanhs Mutter, die gerade zu Besuch ist, und die Haushälterin schnell auf die gewohnten Stäbchen umsteigen, hat vor allem die kleine Sâu großen Spaß am Essen von Spaghetti mit Gabel. Allen scheint es zu schmecken, es wird sich sogar nachgenommen. Da sind wir ja froh!

Nervös liegen wir abends im Bett. Morgen soll es losgehen! Haben wir an alles gedacht? Bis auf die zusätzliche Satteltasche fällt uns nichts ein, was wir noch brauchen könnten.

Leo kocht für ihre vietnamesischen Couchsurfing-Gastgeber.
Dungs Haushälterin überlässt uns die Küche und schaut gespannt zu, was wir da brutzeln…
Leo und Sebastian sitzen mit ihren vietnamesischen Couchsurfing-Gastgebern am Esstisch.
Zum Glück schmeckt es allen und es wird sich sogar nachgenommen

Es geht los

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf, frühstücken schnell und fahren zu Geschäft 1, das in der Nähe ist. Der Verkäufer hatte uns vor mehreren Tagen schon seine Satteltaschen gezeigt, die gleichen, die wir schließlich bei Geschäft 3 kauften. Zum Glück hat er noch genau eine vorrätig. Wir decken uns zusätzlich mit neuen Trinkflaschen ein, denn die ersten, die wir gekauft hatten, stinken trotz mehrmaligen Waschens abscheulich nach Plastik.

Zurück zu Hause packen wir alles um, endlich kriegen wir unser Gepäck unter. Wir beladen unsere Fahrräder, noch sitzen die Handgriffe nicht. Als endlich alles befestigt ist und wir eigentlich los wollen, melden sich unsere Mägen. Es ist 12 Uhr, wir haben Hunger. Na toll. Was für ein Glück, dass die Haushälterin für uns mitgekocht hat und wir gemeinsam mit Dung, Hanh und Sâu ein letztes Mal zusammen ein leckeres vietnamesisches Nudelgericht essen dürfen.

Um 14 Uhr sind wir startklar, Stunden später als erhofft. Dung drückt mir den Notfallzettel mit vietnamesischen Fragen in die Hand, den wir gestern noch zusammen geschrieben haben. Eine letzte Fotosession, schließlich schieben wir die Fahrräder auf die Straße. Nicht nur Dung, Hanh und Sâu stehen auf dem Gehweg, auch Hanhs Mutter und die Haushälterin schauen zu, die Verkäuferin aus Dungs Schönheitsladen und der Straßenverkäufer, den wir die letzten Tage immer gegrüßt haben. „Wohin?“, fragt er Dung mit einem Blick auf uns. „Hanoi!“, verstehen wir und der alte Mann nickt uns anerkennend zu und zeigt den Daumen nach oben.

„Also, los jetzt!“ Sebastian wird nervös. Ich schiebe mein bepacktes Rad auf die Straße, schwinge das Bein über den Sattel und setze meinen rechten Fuß auf das Pedal. „Bye bye! Thank you so much for everything!“, winken wir Dung, Hanh und Sâu zu. Und dann fahren wir los, gespannt und etwas nervös, wie diese erste längere Fahrradtour unseres Lebens werden wird.

Leo und Sebastian stehen mit ihren Couchsurfing-Gastgebern für ein Abschiedsbild zusammen.
Letztes Bild in Dungs Drogerie…
Leo und Sebastian starten mit ihren zwei Fahrrädern in ihrer erste längere Fahrradtour durch Vietnam.
Dann geht’s endlich los! Unsere Fahrradtour durch Vietnam beginnt.

Zu unserer Fahrradtour durch Vietnam sind zwei weitere Artikel erschienen:

Teil 2: Mit dem Fahrrad durch Vietnam – An der Küste entlang

Teil 3: Mit dem Fahrrad durchs Hochland Vietnams

 

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6 Comments

  1. hallo

    irgendwie verstehe ich aktuell bei eurer reise etwas nicht – ihr wart in mexiko und schwups jetzt wieder in asien…

    ich habe die letzten artikel gelesen – aber habe ich etwas übersehen? wie ging das nun und vor allem so schnell zurück von amerika nach asien.
    und warum habt ihr amerika so schnell verlassen?

    zudem: ich war echt von eurer reise , die ihr vor 2 jahren gestartet habt und nachhaltig reisen wolltet für 1 jahr schwer angetan. die verlängerung vor 1 jahr habe ich dann auch nachvollziehen können.

    aber nun kommt es mir vor, als würdet ihr so rum-mäandern. mir jedenfall fehlt jetzt die spannung – zumal jetzt schon wieder asien.
    wo wollt ihr denn nun hin? wie lange soll es noch dauern? wie finanziert ihr das alles? und gibts pläne für das heimkommen?

    liebe grüsse aus germany

    1. Hi Toni,

      danke für deinen Kommentar!
      Du sprichst da unseren Spagat an, den wir seit Beginn dieser Reise erleben: Sowohl das Reisen wie auch das darüber Schreiben braucht Zeit und immer wieder müssen wir entscheiden, ob wir einen Ort entdecken wollen oder den Tag am Laptop verbringen. Häufig verliert der Laptop 🙂
      Deshalb hast du nichts verpasst und tatsächlich folgen wir immer noch unserer klaren Richtung nach Osten (bzw. jetzt wohl erst mal etwas nach Süden). Wir sind nicht zurück nach Asien gefahren, sondern arbeiten hier von Mexiko aus daran, unseren Rückstand auf dem Blog aufzuholen.
      Es tut uns Leid, wenn die Reihenfolge der Beiträge für dich verwirrend ist und wir nehmen deinen Kommentar zum Anlass, uns zu überlegen, wie wir solche Verwirrungen in Zukunft minimieren können.

      Bald feiern wir unser zweijähriges Reisejubiläum und du darfst dich auf einen Ausblick und die Beantwortung deiner Fragen in puncto wie geht’s weiter, wie finanzieren wir unsere Reise und gibt’s Pläne fürs Heimkommen freuen.

      Herzliche Grüße aus Mexiko-Stadt
      Leo & Sebastian

    2. Hallo Toni,

      heute haben wir die Monatsberichte aus der Startseite “ausgelagert”. Sie sind nun unter dem Menüpunkt “Monatsberichte” zu finden. Hoffentlich gibt es dadurch ab sofort weniger Verwirrung hinsichtlich des zeitlichen Ablaufs unserer Reise.

      Liebe Grüße aus Mexico City
      Leo

      1. hallo leo

        oh – die monatsberichte sind ne tolle idee, weil es nunmehr chronologisch ist und damit das nachlesen doch einfacher macht.

        und ich bin schon neugierig auf die nächsten antworten.

        liebe grüsse nach mexiko

  2. Hallo Ihr zwei!
    Heut morgen war ich zu einer angedachten Veranstaltung zu spät, also las ich bei Euch weiter hier im Uni computerraum.
    Dass Ihr Quyhn aus Kirgisien in Hanoi wiederfinden konntet und Gepäck zwischenlagen ist prima. Auch enorme sportliche Leistungen, die Ihr erbracht habt.
    Aus der Heimat und Europa
    Im Febr. habe ich im Reisebüro eine mit Flix und Eurobus ausgedachte Busreise mit 2 Hotelübernachtungen in Madrid mit Treff von Freunden in Paris angedacht, gebucht. Ich habe weiterhin kein handy oder i-phon, was mir dann aber Sonntagabend bei Busscheinkauf, bei dem man dieses quadratische Icon braucht, deshalb den 3fachen Preis kostete, zu spüren bekam. An dem schluckte ich schwer, noch dazu der Bus aus Sevilla nach Madrid in” Panne in Cordoba fiel”und Anschluß dann von Madrid nach Paris wegwäre, ich aber in Paris Anschluß nach Strasbourg erreichen wollte, weil da sonst Busschein verfallen würde.

    naja, jedenfalls hatte ich mit dem zu großen Rucksack, der die vorgegeben Maße überstieg, Bedenken, ob ich mitkomme, gemeint erstmal von Augsburg. Außerdem , als Radler hate ich falsche Straßenbahnlinie kurz vor Miternachtt mir rausgesucht, es war die letzte. Hab ich mich schnell beim Fahrer beraten lassen und mußte gleich von der Weertachbrücke bis Oberhause Taxi nehmen, was kurz nah Mitternacht auch langkam ujnd auf meine Winken kam. Letztlich hatte ich doch Doppelfahrradtaschen und Helm einschließlich Zelt darin und wollte in Sevilla ein gebrauchtes Fahrrad kaufen oder eine Woche leihen. Bald fand ich auch eine Fahrradwerkstatt in Sevilla mit kräftigem Gepäckträger, aber nur einem Gang. Ich suchte weiter, ein Geschäft geschlossen, Leihräder ohne Gepäckträger, aber ein Miniklapprad für 80€ imAngebot. Dies ist jedoch wirklich zu klein.
    Gedacht hatte ich nach Cordoba zu radeln und weiter oder dem Fluß Guandalquivir zu folgen, um die Nachbaukaravellen des Kolumbus und Co nahe dem Meer zu sehen; eine Woche später wieder ab Sevilla per Bus nach Zaragossa, 2Tage dort, dann Bilbao und direkt nach Frankfurt.
    Aber das Geld wurde schneller alle als gedacht. In beiden Städten hab ich aber ausgiebig Königschloß, Alcasar und Kathedralen besichtigt. Alles über 3 Stunden, das würde vielleicht so nur allein gegangen sein. Seigthseeingtour. in Sevilla fand ich dann Bus für die 12 km zum ersten Zeltplatz nicht, zu dem ich mich am ersten Abend mit Taxi noch beim Hellen hinfahren lassen hab, weil ich sehen wollte, ob es Radfahrweg gäbe. Zum Zeltplatzfinden war ich in kleiner Kneipe nachfragend, sah im TV dort “Obama in Sevilla'” und außerdem war gerade Weltkongreß “Reise und Tourismus” .Deswegen hate ich in 3 Hostels oder Hotels mit 2 Sternen kein Bett erhalten, auch wenn ich nochmal 55 €, wie vorher in Madrid, schon vorgebucht, gezahlt hätte. Ohne Handy bin ich eben zu eingeschränkt, nur kl. Stadtplan anfangs, aber 3 Reiseführer ´, die ich später in der Reception des Zeltplatzes wegen des zu tragenden Gewichtes ließ. Aber des nächstens Abend, als mich ein Busfahrer, der extra ausstieg , mich dahin zurückwies, wo ich gerade herkam, half mir dort dann wer, der mich auf seine Kosten 2 Stationen zu meinem Anschlußbus mitnahm. Eigentlich hatte ich gedacht, da wo ich morgens an Endstelle ausstieg, gegenüber abends wieder zurück zufahren. Und meine Spanischkenntnisse waren trotz mehrmals CD anhören und 2x Frühjahrssemesterkurs fast Null.Leider.

    Meine Erlebnise, besonders auch intensiv Madrid “durchwandert habend” schreibe ich, um Euch dann irgendwann auf Europa reiselustig zu machen. Vorher hoffe ich , Euch in Augsburg kennenlernen und oder hören und sehen zu können in einem gr. Reisebericht, wie wohl schon angedeutet.
    Mit freundl., auf weitere Post von Euch wartend verbleibt Hanno G.

    1. Lieber Hanno,

      vielen Dank für deinen Kommentar und die ausführliche Schilderung deiner Spanien-Rundreise. Hört sich nach einer tollen Reiseerfahrung mit vielen intensiven Erlebnissen an. Europa bietet auf jeden Fall interessante und schöne Reiseziele. Die nehmen wir dann in Angriff, sobald wir unsere Weltreise beendet und wieder in Deutschland angekommen sind 🙂

      Viele liebe Grüße aus Mexiko und bis bald
      Sebastian und Leo

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