Eine Bootsfahrt auf dem Mekong

Ein nebenbei geäußerter Satz unserer Reisefreundin Bella, die wir an der Grenze von Nepal nach Tibet kennengelernt und in den Wochen darauf in Lhasa und Jinghong und jetzt in Luang Prabang in Laos getroffen haben, lässt mich aufhorchen: „…und dann reise ich mit dem Schiff den Mekong entlang.“ Mit dem Schiff über den Mekong? Das geht? Das ist mein Thema, wollte ich doch zu Beginn unserer Reise unbedingt mit einem Schiff die Donau befahren, was aufgrund der Jahreszeit aber nicht möglich war.

„Doch“, erzählt sie uns, „Schiffe verkehren regelmäßig auf dem Mekong und man kann problemlos mit ihnen von beispielsweise Luang Prabang bis hoch an die thailändische Grenze, in den Ort Huay Xai, fahren.“ Und genau das wird unser Vorhaben…

So stehen wir an einem Samstagmorgen zu früher Stunde am Ufer des Mekongs. Unten auf dem Fluss liegt ein hölzernes langes Boot im Wasser, das wird wohl unseres sein. Es ist überraschend leer, ein paar Touristen sind bereits an Bord und auch ein paar Einheimische, aber für fast jeden Passagier stehen zwei Plätze auf scheinbar von alten Bussen ausrangierten Sitzbänken zur Verfügung.

Langsam setzt sich das Boot in Bewegung und wir lassen Luang Prabang hinter uns zurück. Vor uns öffnet sich der Mekong mit seinen Strudeln und großen Steinen im Wasser. Rechts und links erheben sich grüne Berge und die Stille wird nur vom Tuckern des Motors unterbrochen. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 27 km/h kommen wir nicht sonderlich schnell voran, doch das macht nichts. Der Fahrtwind kühlt angenehm und wir können das Leben am Fluss beobachten. Wasserbüffel suhlen sich im Uferschlamm, Kinder nehmen ein Bad und die Fischer gehen ihrer Arbeit nach. Insgesamt zwei Tage lang fahren wir gemächlich den Mekong stromaufwärts. Einen Tag und zwei Nächte stoppen wir in dem kleinen Ort Pak Beng auf halber Strecke und genießen das unaufgeregte Dasein vor Ort.

Als wir uns Huay Xai und damit dem Ende unserer Bootsfahrt nähern, hätte ich noch länger mit dem Schiff reisen können. Doch der nördliche Abschnitt des Mekongs kann es in meinen Augen mit dem südlichen Teil nicht aufnehmen: War anfangs der Fluss schmal und von grünen Bergen gesäumt, ist er im Norden breiter. Rechterhand sehen wir Laos, links ist bereits Thailand. Und auf der thailändischen Seite wird eifrig gebaut. Angekommen in Huay Xai sagen wir dem Mekong und dem Reisen mit Schiff erst einmal auf Wiedersehen. Wenn wir morgen den Mekong nach Thailand überquert haben, wird es ein Weilchen dauern, bis wir ihn wiedersehen werden.

Einen Eindruck unserer Bootsfahrt auf dem Mekong haben wir euch in diesem Video zusammengestellt:

Von China aus kommend, ist unser erster Stopp in Laos der Ort Luang Namtha ganz im Norden des Landes. “So viel Natur, so eine Ruhe!” sind unsere ersten Gedanken.
Mit dem Bus fahren wir weiter nach Luang Prabang, weiter Richtung Süden. Der Zustand der Reifen unseres Busses toppt für uns alles je da Gewesene. Die Locals lässt das kalt…
Luang Prabang ist das touristische Zentrum im Norden von Laos
Wir freuen uns über die vielen Annehmlichkeiten, die uns ein touristischer Ort bietet (allen voran tolle Fruchtsäfte und abwechslungsreiches Essen) und genießen die Gesellschaft anderer Langzeitreisender, die wir hier wiedertreffen bzw. kennenlernen
Mit Bella, die wir nun schon ein paar Mal getroffen haben, unternehmen wir einen Rollerausflug zu den Kuang Si Wasserfällen
Zum Glück sind wir alle drei begeisterte Fotografen und so dauert die Anreise lange… 🙂
Noch ein kleiner Stopp auf dem Hinweg…
…dann kommen wir endlich an.
Viele verschiedene Wasserfälle fließen durch ein großes Gelände, welches sich zu Fuß und im Schatten toll erkunden lässt
Unbeabsichtigt haben wir uns heute für den Partnerlook entschieden…
Auf unserem Streifzug rund um die Wasserfälle entdecken wir diese auffällige Blume
Oberhalb der Wasserfälle finden wir die Kante, über die sich das Wasser auf den Weg nach unten macht
Nach dem Besuch der Wasserfälle muss Sebastian bei einem kurzen Stopp an einem Tempel beweisen, dass er noch im Fussballtraining ist 🙂
Den ganzen Tag waren wir unterwegs, wurden teils ordentlich durchgerüttelt, aber hatten einen tollen Ausflug! Danke Bella für das schöne Foto! 🙂
Von Luang Prabang aus fahren wir auf dem Mekong mit einem slow boat Richtung Norden. In Huay Xai werden wir die Grenze zu Thailand passieren, doch bis es soweit ist, werden wir in unserem Langboot zwei Tage stromaufwärts tuckern.
Die Nacht zwischen den beiden Tagesetappen verbringen wir in dem Dorf Pak Beng und weil es uns dort so gut gefällt, bleiben wir einfach noch einen Tag dort. Nach dem Frühstück können wir überraschend auf der anderen Flussseite zwei Elefanten beobachten, die mit ihren Begleitern zu ihrem Badeplatz laufen.
In Pak Beng hat der Monsun bereits Einzug gehalten und wir sind fasziniert, wie schnell das Wetter umschlägt: Eben noch sonnig und angenehm, zieht auf einmal ein starker Wind auf. Zehn Minuten nach diesem Foto regnet es aus Kübeln und wir können die andere Flussseite nicht mehr sehen… Und weitere 10 Minuten später ist alles auch schon wieder vorbei 🙂
Wer sich nicht wie wir zwei Tage für die Fahrt mit dem slow boat nehmen möchte, der kann in einem speed boat den Mekong hinaufbrausen. Nicht bequem und auch nicht ungefährlich, aber dafür mehr als doppelt so schnell…

Zu kurz waren wir in Laos, doch unser Treffen mit unseren Freunden in Singapur gibt uns ein Zeitfenster vor. Laos als unser erstes Land in Südostasien ist ein schöner Einstieg und es hätte noch viel mehr zu sehen gegeben. Doch das muss auf ein anderes Mal warten… Die Bootsfahrt auf dem Mekong zählt definitiv zu den Highlights unserer Zeit in Laos und Südostasien.

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