Geteilte Insel

Regenschirmparadis auf Zypern

Um vor dem Winter noch einmal unseren Sonnentank aufzufüllen, verbringen wir unseren Herbsturlaub 2016 im Nordteil Zyperns. Ursprünglich wollten wir den griechischen Süden Zyperns erkunden. Da wir jedoch am Ercan-Flughafen im türkischen Teil landen und man mit dem Mietwagen nicht in den Südteil fahren darf, müssen wir umdisponieren. Im Nachhinein sind wir sehr froh den sehr ursprünglichen und touristisch noch wenig erschlossenen Nordteil der Insel kennengelernt zu haben.

Unser erster Stopp auf Zypern ist das Hafenstädtchen Girne, das ganz im Norden der Insel gelegen ist. Dort verbringen wir die ersten beiden Tage in einem bereits von Deutschland aus gebuchten Hotel. Unser Plan ist es, uns von Girne aus eine nette Ferienwohnung zu organisieren, von der aus wir während der zwei Wochen unseres Aufenthalts Ausflüge machen können. Nach einer kleinen Internetrecherche und ein paar Telefonaten über Skype werden wir fündig: Das nach Zypern ausgewanderte Rentner-Ehepaar Renate & Thomas heißt uns in ihrer Ferienwohnung im verschlafenen Örtchen Kumyalı willkommen.

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Der beschauliche Hafen von Girne
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Aus dem kalten Deutschland kommend, haben wir mit der Hitze zu kämpfen
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Durch den traumhaften Ausblick kommt schnell Urlaubs-Feeling auf

In unserer liebevoll eingerichteten Ferienwohnung fühlen wir uns von Anfang an wohl. Auch unsere tierischen Nachbarn haben wir schnell ins Herz geschlossen. Nicht so richtig warm werden wir allerdings mit Renate und Thomas, bei denen wir das Gefühl haben, dass sie trotz vieler Jahre auf Zypern nicht wirklich in das zypriotische Leben integriert sind. Zwar geben wir uns anfangs Mühe, doch endlose Geschichten und die tägliche Raki-Flasche sorgen bei uns schnell für sinkende Begeisterung. Nachdem unsere Gastgeber merken, dass wir unsere Abende lieber alleine verbringen, ist das Verhältnis zu unseren Gastgebern schnell abgekühlt. Naja…

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Blick in unsere Ferienwohnung. Das Sternenkissen darf natürlich nicht fehlen… 🙂
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Eine ca. 1 Meter lange Schlange windet sich vor unserer Wohnung entlang. Angeblich aber ungefährlich.
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Die Echsen lassen es sich in der Sonne gut gehen

Mit unserem Mietwagen machen wir immer wieder schöne Ausflüge. An den ersten Tagen haben wir noch mit dem Linksverkehr zu kämpfen. Doch schon bald düsen wir wie die Einheimischen über die Insel. Generell sind die Straßen in Nordzypern in einem guten Zustand. Hin und wieder kämpfen wir uns jedoch über staubige Schotterpisten und sind froh, wenn wir wieder die neu gebaute Küstenstraße erreichen.

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Unser Ford Fiesta sehnt sich nach einer Rundumwäsche
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Zum Glück gibt es hier eine Ausweichmöglichkeit
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Immer achtsam sollte man sein, um die zahlreichen Ziegen nicht zu überfahren

Bei unserem Ausflug zur Spitze der Halbinsel Karpaz treffen wir auf wild lebende Esel, mit denen wir gleich auf einer Wellenlänge sind. Kurz vor dem Andreas-Kloster, das gerade renoviert wird, kommen uns die neugierigen und vor allem hungrigen Geschöpfe dann aber näher als als uns lieb ist.

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Kurzer Stopp vor dem Check-Point des Militär-Parks. Im Hintergrund sieht man bereits die beiden Wachen.
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Wir haben Karotten dabei, womit sich die Wächter gerne bestechen lassen
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Das war’s, alles weg!
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Ihr habt nichts mehr? Glaub ich nicht!
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Im letzten Moment kann Sebastian das Fenster gerade noch hochkurbeln 🙂

Der äußerste Zipfel der Halbinsel ist menschenleer und bietet stattdessen beeindruckend blaues Wasser. Gerne würden wir hier eine Runde schwimmen; leider gibt es jedoch keinen Strand.

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Blick auf den nord-östlichsten Punkt Zyperns
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Glasklares Wasser lädt zum Baden ein
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Leo vor der türkischen und nordzyprischen Flagge

Fast jeden Tag baden wir auch im Meer. Bei den vielen tollen und vor allem einsamen Stränden fällt es schwer, sich zu entscheiden. Um nicht nur untätig in der Sonne zu braten, versucht sich Sebastian in der neuen Trendsportart Stabhochsprung – mit mäßigem Erfolg…

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Stockkampf zum Aufwärmen
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Den Ansatzpunkt sauber getroffen…
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…die Körperspannung stimmt…
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…oh weh, ein Materialfehler!
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Ist was passiert?
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Schöne Stimmung bei Sonnenuntergang

Ein weiterer Ausflug führt uns nach einem ausgedehnten Spaziergang zu den Ruinen der Kantara-Burg. 700 Meter über dem Meeresspiegel haben wir einen tollen Rundumblick über die Insel.

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Eingangstor einer verlassenen Kirche
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Verblühte Disteln auf dem Weg zur Burg
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Nach einem Picknick können wir den Ausblick genießen
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Auf 700 Metern Höhe ist es angenehm. Und trotzdem brennt die Sonne von oben.
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Im Auge der Burg

Durch Zufall erfahren wir vom bekannten Eco-Markt in Büyükkonuk. Da unseren Ferienwohnung ganz in der Nähe liegt und wir für Sonntag noch keine anderen Pläne haben, schauen wir hier vorbei. Es hat sich gelohnt.

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Eine Marktfrau bereitet leckere Teigtaschen mit Feta und Spinat zu
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Eine nordzyprische Spezialität: Mandeln in Johannisbrotsirup
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Sebastian darf bei der Zubereitung helfen
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Ein Schneider näht auf der Straße und unterhält sich

Unser letzter Ausflug führt uns in die zypriotische Hauptstadt Nikosia. Nikosia ist seit der Besetzung des Norden Zyperns durch türkische Streitkräfte und der Proklamation der Türkischen Republik Nordzypern im November 1983, in einen griechischen Südteil und einen türkischen Nordteil aufgeteilt. Seither wird die Stadt durch eine „Grüne Linie“ geteilt, die von Friedenstruppen der Vereinten Nationen überwacht wird.

Zu Fuß erkunden wir die Stadt, in der im türkischen Teil eine sehr angenehme, entspannte Atmosphäre herrscht. Natürlich wollen wir auch wissen, wie es im Süden aussieht und nach einer Ausweiskontrolle auf beiden Seiten passieren wir die Grenze. Der griechische Teil Nikosias gefällt uns auf Anhieb jedoch überhaupt nicht. Es ist hier viel touristischer, als im Norden und ein Souvenir-Geschäft reiht sich an das nächste. Nach einem kurzen Rundgang beschließen wir: Zurück in den Norden!

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Blick auf den gesperrten Grenzstreifen in Nikosia (Grüne Linie)
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Fotografieren verboten! Ups…
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Leo blickt auf den Innenhof einer alten Karawanserei
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Die St. Sophia Kathedrale im Nordteil Nikosias wurde zur Moschee umfunktioniert
Regenschirme schützen die Besucher eines Cafés vor der Sonne

Auf Zypern haben wir sehr entspannte zwei Wochen verbracht und konnten Dank Mietwagen viele schöne Plätze im Nordteil der Insel erkunden. Im Nachhinein sind wir froh, dass wir Nordzypern kennen lernen durften. Dadurch, dass hier (noch) so wenig Touristen unterwegs sind, gibt es noch einige ursprüngliche Dörfer und Strände, an denen man keine Liegestühle mit Handtüchern besetzen muss, sondern freie Auswahl und viel Platz zum Relaxen hat. Wir kommen gerne wieder!

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